Gesunde Games: Welche Spiele bringen das Gehirn auf Touren?

Das menschliche Gehirn ist ein echtes Wunderwerk, doch braucht es regelmäßiges Training, um möglichst perfekt zu funktionieren. Damit gleichen unsere grauen Zellen ein wenig unseren Muskeln, die wir auch in Bewegung halten müssen, um sie zu stärken. Die gute Nachricht für dich als Freund guter Spiele: Auch Spielen kann echtes Gehirntraining sein, wenn du dir dafür die „Trainingsgeräte“ aussuchst. Wer sein Schachbrett zum kognitiven Gehirn-Crosstrainer macht und die Spielkarten als eine Art mentale Hantelbank nutzt, profitiert nach einer Weile von einer deutlich verbesserten Denkleistung. Zumindest, wenn alles gut läuft.

Ein einfaches Rezept für rauchende Köpfe

Ein altbekanntes Spiel, das unser Gedächtnis kräftig ankurbelt, ist „Ich packe in meinen Koffer …“. Hier dreht sich alles darum, wie viel sich einzelne Menschen merken können, fein säuberlich hintereinander gereihte Gegenstände, und es werden von Runde zu Runde mehr. Der erste Spieler sagt zum Beispiel: „Ich packe in meinen Koffer eine Gitarre.“ Der Nächste wiederholt den Satz und hängt hintendran: „ … und einen Globus.“ Ein weiterer Spielteilnehmer muss dann sagen: „Ich packe in meinen Koffer eine Gitarre, einen Globus und …“ Die Auswahl des dritten Reiseutensils ist ihm überlassen – und so geht es weiter und weiter, bis allen in der Runde die Köpfe rauchen. Dieses Spiel wird mit jedem neuen Wort anspruchsvoller und anstrengender, kann aber zwischendurch auch sehr, sehr lustig sein.

Zeitloser Klassiker mit mentalem Biss

Auch zahlreiche beliebte Knobelgames aus alten Zeiten sind unseren grauen Zellen dienlich, darunter einige echte Klassiker, die dank ihrer Zeitlosigkeit nichts an Bedeutung verloren haben. Gerade der Dauerbrenner Poker findet bei geselligen Spiele-Abenden regelmäßig großen Anklang: Manche erinnern sich vielleicht noch an den großen Boom vor ein paar Jahren. Der Hype ist inzwischen abgeebbt, doch der strategisch angehauchte Evergreen spielt weiterhin eine große Rolle –  wenngleich überwiegend online auf den bekannten Plattformen im Netz. Der digitale Zugriff ist einfach und bequem, niemand muss sich mehr unbedingt aus dem Bekanntenkreis Mitspieler zusammensuchen, um aufwendig ein Treffen zu planen. Allerdings hast du beim analogen Spiel die Möglichkeit, den Gegner sozusagen psychologisch auszulesen, während du virtuell eher kühl strategisch agierst. Probier es einmal aus und du stellst sicher fest: Poker ist ein richtiges Mind-Game.

Wechselspiel zwischen Defensive und Offensive

Keine Frage, Schach darf in dieser Auflistung nicht fehlen, damit hast du dich sicher schon gerechnet. Auch dieser Klassiker ist längst nicht mehr nur analog, sondern auch digital spielbar. So hast du die Option, jederzeit ein Spielchen zu wagen, um einen realen oder virtuellen Gegner auf dem Schachfeld zu jagen, bis er endlich schachmatt ist. Das Schachspiel ist enorm komplex, allein schon deshalb, weil du jede Figur nur auf bestimmte Weise bewegen darfst, zum Beispiel den Springer in seinem Zickzackkurs oder der gradlinig agierende Turm. Die Gegner versuchen, möglichst viele Figuren des anderen Teams abzuräumen, um schlussendlich an den König heranzukommen, der nicht von großen Sprüngen hält. Gleichzeitig musst du natürlich deinen eigenen König und alle anderen wichtigen Figuren schützen, das ergibt einen perfekten Balance-Akt zwischen Offensive und Defensive.

Würfelwelten mal anders gesehen

Manche Menschen reagieren verwundert, wenn man ihnen sagt, dass auch Minecraft gutes Gehirntraining bietet. Computerspiele sollte man niemals völlig verteufeln, eher im Gegenteil: Bei vielen dieser Spiele wird nach genauer Betrachtung ein positiver Nutzen sichtbar, so auch bei der frei gestaltbaren Würfelwelt. So viele Elemente, so viele Baustoffe, eine Unzahl von Stoffen und Möglichkeiten! Wer einmal im Kreativmodus von Minecraft ein komplexes Bauvorhaben verwirklicht hat, der weiß längst, was für eine mentale Herausforderung das ist. Wie gestalte ich mit eckigen Teilen eine runde Kuppel? Gelingt es mir, ein mittelalterliches Segelschiff oder ein modernes Casino zu gestalten? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, doch um hehre Ziele umzusetzen, braucht es Einfallsreichtum, Geduld und sogar manchmal echte Disziplin. Das Gehirn bekommt dabei reichlich zu tun und darf im Schnelldurchgang Synapsen bilden.

Sprachzentrum kräftig auf Trab bringen

Wer ohnehin schon sprachlich gut drauf ist, der wendet sich sicher gern dem Scrabbeln zu. Wieder haben wir es mit einem Spiel zu tun, dass du ebenso am Tisch mit Freunden genießen kannst wie allein am Display. Du setzt sich dabei intensiv mit dem Thema Sprache auseinander, indem du aus Buchstaben Wörter legst, die möglichst viele Punkte bringen. Seltene Buchstaben wie XYZ zahlen sich dabei deutlich mehr aus als ihre häufig vorkommenden Verwandten, wie zum Beispiel die Vokale A, E, I und U. Beim Scrabbeln tauchen immer wieder neue Wortschöpfungen auf, und oft muss ein Blick ins Wörterbuch die Frage klären, ob „das“ überhaupt „geht“. Du lernst dabei sicher das eine oder andere neue Wort kennen, auch wenn du ohnehin schon einen großen Wortschatz hast. Und: Du trainierst das Sprachzentrum deines Gehirns garantiert bis zum Anschlag. Jede Runde neu.

Das war nur eine kleine Auswahl von Spielen, die dem Gehirn Gutes tun. Wenn du dich mit offenen Augen umschaust, entdeckst du gewiss ganz viele davon, ob bei Google Play oder in der verstaubten Schublade mit den Gesellschaftsspielen. Wer sich davon abkehrt, hauptsächlich zu konsumieren, sondern sich bei Spiel und Spaß regelmäßig anstrengt, hat garantiert mehr vom Leben!

 

 

 

 

 

 

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